Energiekosten in Baden-Württemberg steigen deutlich an

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Energiekosten in Baden-Württemberg steigen deutlich an

Energiekosten in Baden-Württemberg steigen deutlich an

(Verivox) Heidelberg. Die Preise für Strom und Gas in Baden-Württemberg sind bereits jetzt höher als im bundesdeutschen Durchschnitt. Im Jahr 2019 verschärft sich diese Entwicklung noch: Große Energieversorger wie die EnBW haben deutliche Preiserhöhungen angekündigt.

08.11.2018

Bild: Stromleitungen vor EntwicklungskurveBild: ©Attila Toro/fotolia.com / Text: Verivox

Baden-Württemberg über dem Bundesdurchschnitt

Aktuell bezahlt ein Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 4.000 kWh in Baden-Württemberg im Durchschnitt 1.128 Euro für Strom, der bundesweite Durchschnitt liegt bei 1.121 Euro. Zum Vergleich das günstigste und das teuerste Bundesland: In Bremen werden für die gleiche Menge nur rund 1.022 Euro fällig, in Brandenburg sind es jedoch 1.180 Euro.

Auch im Bereich Gas werden in Baden-Württemberg überdurchschnittlich hohe Preise fällig. Ein Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 20.000 kWh bezahlt hier rund 1.182 Euro, während es im bundesweiten Durchschnitt 1.147 Euro sind. Auch hier ist die Spreizung anhand des günstigsten und des teuersten Bundeslandes deutlich: In Berlin kostet die gleiche Menge Gas 915 Euro, in Sachsen-Anhalt hingegen 1.256 Euro.

„Der wesentliche Grund für das höhere Preisniveau in Baden-Württemberg sind die Netznutzungsentgelte für die Strom- und Gasleitungen“, sagt Mathias Köster-Niechziol, Energieexperte bei Verivox. „Sie machen rund ein Viertel des Preises für private Verbraucher aus und liegen im Bereich Strom leicht und im Bereich Gas deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt.“

Energiekosten mit deutlichen Anstiegen im kommenden Jahr

Die EnBW erhöht die Strompreise zum Jahreswechsel um 4 Prozent. Bei einem Jahresverbrauch von 4.000 kWh bedeutet das Mehrkosten von rund 50 Euro. Im Grundversorgungsgebiet Strom der EnBW wohnen rund 2,4 Millionen Haushalte.

Auch die Mannheimer MVV hat eine deutliche Strompreiserhöhung um über 6 Prozent angekündigt. Das entspricht Mehrkosten von über 70 Euro pro Jahr. Die e.wa riss erhöht die Strompreise um rund 5 Prozent, die Stadtwerke Balingen um 6 Prozent, die Stadtwerke Sindelfingen um 9 Prozent und die Stadtwerke Tübingen um 2 Prozent.

Die EnBW erhöht zum Jahreswechsel die Gaspreise um rund 9 Prozent, was bei einem Jahresverbrauch von 20.000 kWh Mehrkosten von rund 100 Euro bedeutet. Im Grundversorgungsgebiet Gas der EnBW wohnen knapp 900.000 Haushalte.

Neben der EnBW haben auch die Stadtwerke Altensteig, die e.wa riss, die Stadtwerke Ellwangen, die Thüga und die Stadtwerke Sindelfingen Preiserhöhungen angekündigt.

Preise an der Strombörse haben angezogen

In den vergangenen Jahren sind die Strompreise für private Verbraucher vergleichsweise stabil geblieben. Im Jahr 2019 werden sie jedoch zulegen. Während die staatlichen Belastungen in Form von Steuern, Abgaben und Umlagen sich für private Verbraucher im kommenden Jahr kaum verändern, sind die Gebühren für die Nutzung der Stromnetze leicht angestiegen.

Ein treibender Faktor sind die Preise an der Strombörse, die im Laufe des Jahres deutlich angezogen haben. „Im Durchschnitt müssen die Stromversorger im Großhandel rund 15 Prozent mehr bezahlen als im Vorjahr. Die Stromversorger müssen entscheiden, ob sie diesen Preisdruck an ihre Kunden weitergeben oder nicht“, sagt Mathias Köster-Niechziol.

Talfahrt der Gaspreise beendet – Beschaffungskosten stark gestiegen

Nachdem die Gaspreise fünf Jahre lang stetig gesunken sind, steht in diesem Winter eine Trendwende an. Die Gasversorger müssen deutlich höhere Einkaufspreise bezahlen als noch vor einem Jahr. Der vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle erhobene Importpreis für Erdgas ist im Jahresvergleich um 22 Prozent angestiegen. Im kurzfristigen Spotmarkthandel ist im Vergleich zum Vorjahr ein Preisanstieg von über 60 Prozent zu verzeichnen.

Wo die Strompreise in Baden-Württemberg ansteigen


Gas

Gasversorger wechseln als Mieter?

Als Mieter steht man jedes Jahr nach dem Erhalt der Nebenkostenabrechnung vor der Frage, „Warum wechselt mein Vermieter nicht den Gasversorger, muß ich den teuren Tarif des derzeitigen Versorgers als Mieter zahlen?“




Dazu hat unser Partnerportal Verivox folgende Hinweise veröffentlicht: Knapp 9 Millionen Verbraucher sind beim Gasanbieterwechsel auf ihren Vermieter angewiesen, weil sie keinen eigenen Zähler haben und deshalb nicht wechseln können. In Deutschland gibt es rund 40 Millionen Haushalte, davon heizt fast die Hälfte mit Gas. Von diesen wiederum können jedoch nur 10 Millionen den Gasanbieter selbst wechseln und so durchschnittlich über 500 Euro im Jahr sparen. Der Grund dafür ist, dass es in Mehrparteienhäusern oft nur einen einzigen Gaszähler gibt und die Heizkosten anteilig auf die Mieter umgelegt und über die Nebenkosten abgerechnet werden. Das heißt, dass knapp 9 Millionen Verbraucher beim Gasanbieterwechsel auf den Vermieter oder die Hausverwaltung angewiesen sind.

Aufgrund des Wirtschaftlichkeitsgebots sind die Vermieter zwar dazu angehalten, ihre Mieter vor unverhältnismäßigen und überflüssigen Kosten zu bewahren, also die Betriebskosten so niedrig wie möglich zu halten. Es besteht jedoch ein gewisser Spielraum und da der Vermieter oder Hausverwalter von der Preisersparnis bei einem Gasanbieterwechsel selbst nicht unbedingt profitiert, wird er möglicherweise nicht von sich aus wechseln. Der Mieter kann ihn jedoch freundlich auf die Wechselmöglichkeit hinweisen.

Grundsätzlich sollten Sie versuchen, Ihren Vermieter von einem Gasanbieterwechsel zu überzeugen und ihn nicht fordern. Wir haben eine Vorlage für einen Brief an Ihren Vermieter mit dem Vorschlag eines Gasanbieterwechsels für Sie vorbereitet. In der Vorlage finden Sie die wichtigsten Argumente für einen Anbieterwechsel. Viel Erfolg!

Vorlage für Brief an den Vermieter (Word-Datei, 29 KB)

Die Gaspreise sind seit 2005 um 20 Prozent angestiegen. Ab einer zehnprozentigen Steigerung der Betriebskosten (im Vergleich zum Vorjahr) ist der Vermieter verpflichtet, den Preisanstieg zu erklären und aufgrund des Wirtschaftlichkeitsgebots muss er grundsätzlich Preisvergleiche anstellen. Er ist jedoch nicht verpflichtet, das günstigste Angebot zu nehmen. Reden Sie mit Ihrem Vermieter und bieten Sie Ihre Mithilfe beim Gasanbieterwechsel an. Da Ihrem Vermieter kein Nachteil durch einen Wechsel entsteht, lässt er sich bestimmt überzeugen.



Man braucht keine Angst davor zu haben, dass die Gasversorgung durch einen Anbieterwechsel unterbrochen wird, da der örtliche Versorger gesetzlich dazu verpflichtet ist, den Gaskunden zu beliefern. Der Zähler muss auch nicht ausgetauscht werden. Falls es mal zu einer Störung kommen sollte, ist nach wie vor der örtliche Netzbetreiber zuständig, denn diesem gehört das Gasnetz vor Ort. Der neue Gasanbieter bezahlt dem Netzbetreiber eine sogenannte Durchleitungsgebühr, damit er das Netz für die Belieferung der Kunden nutzen kann.

Falls Sie sich selbst schlau machen möchten oder Ihr Vermieter Sie bittet, Informationen zu einem Anbieterwechsel zusammenzustellen, haben wir hier die wichtigsten Fragen und Antworten, die Sie bei einem Anbieterwechsel beachten müssen, für Sie aufgelistet.

Der Gasanbieterwechsel im Internet ist auch ganz einfach und unkompliziert. In unserem Gaspreisvergleich können Sie oder Ihr Vermieter sich alle verfügbaren Gasanbieter und –tarife nach Preis sortiert anzeigen lassen. So kann man gleich sehen, wie viel Geld man durch den Anbieterwechsel einsparen kann. Man braucht dann nur noch ein Wechselformular auszufüllen. Alle weiteren Formalitäten, wie beispielsweise die Kündigung beim alten Gasversorger, erledigt der neue Gasanbieter.

Hier finden Sie Schätzwerte für den ungefähren Gasverbrauch je nach Haushaltsgröße:

Haushaltsgröße kWh/Jahr
Wohnung 30 m² 3.800 kWh
Wohnung 50 m² 5.000 kWh
Wohnung 100 m² 12.000 kWh
Reihenhaus 18.000 kWh
Einfamilienhaus 20.000 kWh

Zählen Sie nun die Kilowattstunden in Ihrem (Mehrfamilien-) Haus zusammen und geben Sie den Gesamtverbrauch sowie Ihre Postleitzahl in den Tarifrechner ein, dann erhalten Sie das Einsparpotenzial für Ihr Haus. Die Summe können Sie Ihrem Vermieter in Ihrem Gespräch oder in Ihrem Brief schon präsentieren. Falls Sie noch Fragen haben, rufen Sie VERIVOX kostenlos unter 0800 – 80 80 890 an. Dort stehen Ihnen die Mitarbeiter gerne montags bis freitags von 8 bis 22 Uhr und am Wochenende von 9 bis 22 Uhr zur Verfügung.



Quelle: verivox.de


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