Energiespar-Mythen – und die Wahrheit dahinter

7 Energiespar-Mythen – und die Wahrheit dahinter

Autor: Lino Wirag | Kategorie: Freizeit und Technik | 08.02.2023

Vorsicht vor diesen 7 Energiespar-Mythen

Energiesparlampen sparen Energie. Ein Ladekabel braucht keinen Strom, wenn es nichts lädt. Beleuchtung und Elektrogeräte sind die größten Energiefresser im Haushalt. Solange er funktioniert, sollte man den Kühlschrank nicht ersetzen. Drei von diesen vier Behauptungen sind falsch, bei einer – der mit dem Kühlschrank – kommt es auf den Einzelfall an.

In diesem Artikel finden Sie zahlreiche weitere Mythen rund ums Energiesparen – und natürlich deren Auflösung.

Mythos 1: Strom verbraucht im Haushalt am meisten Energie

Auf die Frage, welcher Bereich im Haushalt wohl die meistens Kilowattstunden verschlingt, tippen viele auf die Beleuchtung – schließlich haben wir gelernt, dass man immer brav das Licht ausmachen soll. Wer sich über den Stand-by-Verbrauch von Fernseher und Stereoanlage ärgert oder daran denkt, dass Kühlgeräte rund um die Uhr laufen müssen, wird vielleicht die Elektrogeräte als größte Stromfresser nennen.

Beides ist falsch, denn: Das wahre schwarze Energieloch im Haushalt ist so gut wie unsichtbar und spielt außerdem die Hälfte des Jahres keine Rolle – nämlich die Heizung. Sie verschlingt heftige 70 Prozent des gesamten Energieverbrauchs (allerdings nicht 70 Prozent der Kosten, da Wärme billiger ist als Strom). Mehr erfahren Sie hier: Was verbraucht im Haushalt die meiste Energie?

Mythos 2: Energiesparlampen sind sparsam

Der Name „Energiesparlampen“ sagt doch schon, dass die Kompaktleuchtstofflampen, wie Sie korrekt heißen, das sparsamste Leuchtmittel sind – oder etwa nicht? In Wirklichkeit sind LED-Lampen seit einigen Jahren der gängige Standard. Und das aus gutem Grund.

LEDs verbrauchen bei niedrigen Anschaffungskosten nur noch einen Bruchteil ihrer Vorgängermodelle. Wenn Sie also noch alte Lampen – Energiesparlampen oder gar klassische Glühbirnen – in Betrieb haben, sollten Sie sie umgehend ersetzen (und Geld sparen). Es gibt inzwischen auch LED-Halogenlampen und LED-Leuchtstoffröhren.Die Energiekrise ist immer noch in vollem Gang. Dabei schaden unnötige Energieausgaben nicht nur dem Kontostand, sondern gehen auch zulasten von Klima und Umwelt. Mit den folgenden, unkomplizierten Vorschlägen können Sie mehrere hundert Euro im Jahr sparen.

Mythos 3: Handspülen lohnt sich

Sie dürfen die Spülmaschine mit halbwegs gutem Gewissen anstellen, denn: Studien haben gezeigt, dass es fast niemandem gelingt, eine größere Ladung Geschirr so mit der Hand zu spülen, dass dabei weniger Energie verbraucht wird, als ein Geschirrspüler für die gleiche Menge Geschirr benötigen würde.

Meint: Handspülen lohnt sich nur selten. Ausnahmen sind zwar möglich, auch das zeigen die Studien. Aber nur eine Person, die extrem sparsam und effizient spült, kann den Energieverbrauch einer modernen Spülmaschine unterbieten. Mehr dazu in: Spart der Geschirrspüler Energie? Ein Faktencheck.

Mythos 4: Der Eco-Modus dauert lange – und kostet deshalb mehr

Ja, der Ökomodus von Geschirrspüler oder Waschmaschine kann schon mal zwei Stunden und länger benötigen: Das hat aber seinen guten Grund. Denn: Wer „Eco“ wählt, sorgt dafür, dass das Wasser im Gerät nicht so stark erhitzt wird, dafür aber länger auf Geschirr bzw. Wäsche einwirken darf, um die gleiche Reinigungsleistung zu erzielen. Und weil die Wassererwärmung viel Energie benötigt, ist der Eco-Modus sparsamer.

Wie viel genau Sie per Knopfdruck sparen können? Das unterscheidet sich von Gerät zu Gerät und hängt von weiteren Faktoren (wie der gewählten Temperatur ab). Im ungünstigsten Fall wird kaum etwas gespart; bei neueren Geräten werden im 60-Grad-Gang aber mindestens 50 Prozent Energie-Einsparung gemessen, teilweise bis zu 75 Prozent. Die Waschmaschine verbraucht nicht nur Strom und Wasser, sondern ist auch für Farbverlust und Textil-Verschleiß verantwortlich. Deshalb lohnt es sich, genau zu überlegen, welche Wäschestücke wie oft gewaschen werden müssen.

Mythos 5: Duschen geht immer vor baden

Eine Standard-Badewanne fasst rund 200 Liter: Wer die Wanne einigermaßen voll macht (und sich hineinlegt, was noch mal Flüssigkeit verdrängt), muss mit mindestens 100, eher 120 Litern Warmwasser rechnen. Dann doch lieber duschen, möchte man meinen. Aber: Wer gerne mal länger (genuss-)duscht, kann durchaus einen ähnlichen Wasserverbrauch erzielen – schließlich lassen viele Duschköpfe (voll aufgedreht) über 10 Liter pro Minute durchlaufen. Meint: Mit einer Neun-Minuten-Dusche kratzen Sie womöglich schon an der Vollbadgrenze.

Wer’s genau wissen will, braucht einen Duschtimer (gibt’s wirklich) und Infos darüber, wie viel Wasser der eigene Duschkopf durchlässt. Sparsame Duschköpfe verbrauchen unter 10 Litern in der Minute (optimal sind 6 oder 7); normale Modelle zwischen 10 und 18 Litern, eine schicke Regendusche kommt auch mal auf 20 Liter in der Minute und mehr.
Der größte Teil des privaten Energieverbrauchs entfällt aufs Heizen – im Schnitt rund 70 Prozent. Dabei sind Gas, Öl und Strom zurzeit so teuer wie seit Jahren nicht mehr. Effektives Heizen bedeutet deshalb nicht nur, Energie und CO2 zu sparen, sondern auch (jede Menge) Geld. ÖKO-TEST erklärt, wie Sie Ihre Heizkosten einfach und dauerhaft senken können.

Mythos 6: Es lohnt sich, die Heizung durchlaufen zu lassen

Die Heizung sollte am besten bei konstanter Temperatur laufen, so die Behauptung, weil es mehr Energie verbraucht, einen Raum immer wieder von Neuem aufzuheizen, wenn die Temperatur erst einmal abgefallen ist. Stimmt’s? Kaum. Energiespar-Experten sind sich stattdessen einig, dass es unter haushaltsüblichen Bedingungen besser ist, die Temperatur je nach Bedarf höher und tiefer zu stellen, aber nicht unnötig durchlaufen zu lassen.

Regeln Sie die heimische Heizung stattdessen herunter, wenn sie länger als ein bis zwei Stunden nicht gebraucht wird, beispielsweise nachts oder wenn Sie das Haus verlassen. Entsprechende Temperaturabsenkungen lassen sich bei modernen Thermostaten auch einprogrammieren. Wichtig: In Wohnräumen sollte die Temperatur allerdings nicht für längere Zeit unter 15 Grad fallen – Schimmel droht.

Mythos 7: Nudelwasser mit dem Wasserkocher erhitzen

Da der Wasserkocher effizienter arbeitet als der Herd, kann man sparen, wenn man das Wasser für die Pasta separat erhitzt und erst anschließend in den Topf gibt – oder nicht? In Wirklichkeit ist bei diesem „Life-Hack“ physikalisch ungefähr so viel zu holen wie zu verlieren.

Denn: Bei der Doppel-Methode werden sowohl das Gehäuse des Wasserkochers als auch die Wände des Topfes miterwärmt, was einen zweifachen Energieverlust bedeutet (von dem nur einer nötig gewesen wäre). Außerdem löst sich wertvolle Energie beim Umgießen vom Kocher in den Topf in Dampf auf. Deshalb am besten: Wasser gleich im Topf erhitzen, Deckel drauf, Induktionsherd drunter, bon appétit.

Quelle Beitrag: oekotest.de

Bild: Gerd Altmann auf Pixabay

 

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